Liebe Besucher, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Studierende,
wir begrüßen Sie auf den Seiten des Arbeitsbereichs Geschichte der Medizin der Universitätsmedizin Rostock. Hier finden Sie Informationen über unsere Lehrveranstaltungen sowie Forschungsaktivitäten.
Uns ist es ein wichtiges Anliegen, die ärztliche Verantwortung in Vergangenheit und Gegenwart einzuordnen und mit aktuellen ethischen Fragestellungen zu verbinden. In der Lehre werden zusammen mit Vertretern verschiedener Fachdisziplinen und mit Mitarbeitern der Kliniken und Instituten die Möglichkeiten und Chancen, aber auch Grenzen der modernen Medizin vermittelt.
Prof. Dr. med. Ekkehardt Kumbier
Psychiatrie in Pommern – Krankenmorde im Nationalsozialismus
28. April 2026 | Pommersches Landesmuseum in Greifswald | Programm
Im Nationalsozialismus waren Menschen in psychischen Ausnahmesituationen und mit psychischen oder physischen Erkrankungen von struktureller Verfolgung betroffen. Die Gewalttaten gegen sie wurden immer radikaler. Im pommerschen Provinzialverband fanden Zwangssterilisationen, Deportationen und Tötungen statt. Zu den ersten Opfern zählten 1400 psychisch kranke und geistig beeinträchtigte Menschen. Schätzungsweise 20.000 psychisch kranke Menschen in pommerschen Anstalten sollten in den Jahren 1940 bis 1945 ein ähnliches Schicksal erfahren.
In einer breit angelegten Studie geht Dr. Kathleen Haack der Entwicklung der Psychiatrie in Ueckermünde und Pommern nach. In ihrem Buch sucht sie nach individuellen Spuren und erinnert an das Leid der Vergessenen. Zugleich wird die Bedeutung regionaler Akteure als ausführende Glieder im NS-Gesamtsystem und zugleich autonom Handelnde bei der Durchsetzung der Gesundheits- und Rassenpolitik herausgearbeitet.
Vom „Anstaltsboom“ zum NS-Krankenmord: Psychiatrie in Ueckermünde und Pommern im 19. und 20. Jahrhundert
Haack K (2025)
Die Ueckermünder Einrichtung im Kontext der psychiatrischen Landschaft Pommerns steht im Mittelpunkt der breit angelegten Studie. Die humane, im 19. Jahrhundert entwickelte Idee, psychisch Kranke in eine medizinische Umgebung einzubetten, stieß in Krisenzeiten an ihre Grenzen. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden Menschen zunächst aus der Fortpflanzungsgemeinschaft ausgeschlossen und schließlich getötet. Pommern beschritt dabei frühzeitig einen Sonderweg, jenseits zentraler Vorgaben aus Berlin. Das Buch sucht nach individuellen Spuren der Betroffenen. Zugleich wird die Bedeutung regionaler Akteure als einerseits ausführende Glieder im NS-Gesamtsystem als auch anderseits als autonom Handelnde bei der Durchsetzung der Gesundheits- und Rassenpolitik herausgearbeitet.
NDR Fernsehen | Nordmagazin | Zeitreise "Alkoholismus in der DDR"

Der Film entstand unter Mitwirkung von Anton Schrödter, der im Rahmen des SiSaP-Forschungsprojektes "Psychiatrie in der DDR zwischen Hilfe, Verwahrung und Missbrauch?" seine Doktorarbeit abgeschlossen hatte zu diesem Thema.
Der Beitrag kann abgrufen werden in der Mediathek des NDR.
Forschungsverbund "Seelenarbeit im Sozialismus"
Die digitale Ausstellung finden Sie unter AUSTELLUNG und weitere Informationen hier oder unter www.seelenarbeit-sozialismus.de.

ARD-Mediathek "Past Forward": Mental Health · Ist das Tabu Geschichte?
Der Film kann in der ARD-Mediathek abgerufen werden.
Der Deutschlandfunk Kultur berichtete in seiner Sendereihe "Zeitfragen" über die Psychiatrie und Psychologie in der DDR
Beitrag in der Audiothek


