Hebammenwissenschaft

In dem dualen Studiengang Hebammenwissenschaft werden die relevanten ethischen Grundlagen in der Medizin unter Berücksichtigung der historischen Entwicklung vermittelt, um sie in das eigene Handeln als Hebamme integrieren und eine professionelle Haltung entwickeln zu können.

In Rostock hatte die Ausbildung von Hebammen bereits Ende des 19. Jahrhunderts eine enge Verbindung zur Universität. Der im Jahr 1872 zum ordentlichen Professor berufene Friedrich Schatz (1841–1920) war nicht nur Direktor der Klinik für Geburtshilfe und Gynäkologie der Universität Rostock, er setzte sich als Leiter der Landeshebammenanstalt in Rostock zugleich für eine bestmögliche Ausbildung von Hebammen und die Reorganisation des Hebammenwesens im Großherzogthum Mecklenburg-Schwerin ein.

Christian Ehrenfried Eschenbach (1712–1788) beschäftigte sich als erster in Mecklenburg systematisch mit der gerichtlichen Medizin und separierte die sogenannte „medizinische Polizey“, also die Aufgaben der staatlichen Gesundheitsfürsorge, von rechtsmedizinischen Aspekten. Zudem kann Eschenbach als einer der ersten
Vertreter einer von der Anatomie getrennten Chirurgie, die in Rostock erst im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts ihren festen Platz finden sollte, angesehen werden. Er knüpfte an die von Johann Ernst Schaper (1668–1721) eingeführten Vorlesungen zur Frauenheilkunde an und verfasste mit seinen „Grundlage(n) zum Unterricht einer Hebamme“ (1765) das erste Lehrbuch für Geburtshilfe in Mecklenburg, eine Fachrichtung, die im Zuge der sich verbessernden Gesundheitsfürsorge seit dem 17. Jahrhundert zunehmend in den Fokus des gesamtgesellschaftlichen Interesses rückte.